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FREE MOBILITY #8

Waves Vienna

 

Die Champagnermarke

hat dann doch

funktioniert.

 "Ich war auf vielen Showcase Festivals unterwegs, und mir ist aufgefallen, wie wenig Osteuropa präsent war."

 

Ein sommerlicher Abend im WerkzeugH. Thomas Heher, Festivalorganisator von Waves Vienna sitzt auf der Couch und plaudert über Erlebnisse und Skurillitäten der letzten Jahre. Lynette ist Praktikantin des Festivals und Bloggerin - und Stefan, ebenfalls Praktikant, der sonst als DJ diverse Clubs bespielt und veranstaltet. "Ich war auf ziemlich vielen Showcase Festivals unterwegs, und mir ist aufgefallen, wie wenig Osteuropa präsent war."

 

Thomas war bei allen Größen wie Eurosonic oder Liverpool Soundcity, aber nie war Osteuropa ein Thema. "Ein Showcase Festival ist eine geschaffene Plattform für New Talents, die schon einen gewissen Wirkungsgrad im eigenen Land erzielt haben, damit sie den Absprung in ein anderes Land schaffen."

 

 

Wien war der perfekte Standort.

"Ein Showcase Festival ist eine geschaffene Plattform für New Talents, damit sie den Absprung in ein anderes Land schaffen."

Nach dem Fall des eisernen Vorhangs war in der Musiklandschaft in Osteuropa ein totaler Umbruch. Es gab keine Vermittler oder Veranstalter, und der freie Markt wurde auf die Musiker losgelassen. Einige Funktionalitäten oder Vernetzung haben einfach gefehlt. Bands wurden gebucht und am Tag der Performance stand die Band vor einer Baugrube, die längst keine Location mehr war. Wien lag am perfekten Standort. Thomas suchte sich ein paar Kollegen und gründete das Festival Waves Vienna. "Nach dem ersten Jahr hat es sehr gut funktioniert, viele Showcase Festivals und Kultur-Institute haben uns Respekt gezollt, da alles so gut funktioniert hat."

2011 ging Waves Vienna zum ersten Mal über die Bühne(n). "Es war ein Glücksspiel, dass es so funktioniert hat. Wir haben mit sehr vielen Venues begonnen, es gab kaum Erfahrung der Veranstalter mit Clubfestivals. Es gab fünfzehn Bühnen, teilweise ohne Erfahrung mit Livekonzerten. Also haben wir in die Clubs Ton- und Lichtanlagen eingebaut. Wir hatten zwei große Zelte im Prater gemietet, wo während der Veranstaltung herauskam, dass hier von Seiten des Vermieters gar keine Bewilligung existierte."

Die falsche Champagnermarke

“Im ersten Jahr ist uns ein Diesel Generator abgebrannt, das waren extreme Schockerlebnisse im ersten Jahr, vor allem wenn dein Telefon um 6h Uhr morgens am Veranstaltungstag klingelt und die Fortsetzung der gesamten Veranstaltung abgesagt werden soll", erzählt Thomas lächelnd. "Im zweiten Jahr bekam ich einen Faustschlag aufs Auge vorm Fluc von einem Wiener Wiesen Besucher." 

Es gab auch einen französischen Act, dessen gebuchte 4-Stern Suite wurde extra vom Management per Fotos abgenommen und bestätigt. Jener Act hat das Zimmer nicht bezogen, weil die falsche Champagnermarke eingekühlt und die Suite dann doch zu klein war. "Dieser hat sich dann in einer 5-Stern Suite um einen 4 stelligen Betrag selbst eingecheckt" - mit der Frage des Managements wer die Rechnung übernimmt. Er war mit seiner Freundin da und wollte “Quality Time in Wien verbringen, deswegen wird er nun anstatt 90min nur 40min spielen!” Fakt war, er kam pünktlich zum Set, spielte 120min, bezahlte am Ende die Suite selbst und bedankte sich am Weg zum Flughafen per sms, was für ein toller Abend es war. Die Champagnermarke hat dann doch funktioniert. 

Am Weg zum Flughafen hatte sie Schuh und Hose verloren.

"Das Hotelzimmer wurde vorher von seinen Landsleuten verwüstet - es war eben eine britische Band."

Sigtryggur Baldursson von Iceland Music Export, Bassist von den Sugarcubes (Anmerkung: die erste Band von Björk) und Peter Jenner, Manager und Entdecker von Pink Floyd, haben sich hier kennengelernt und viele Gemeinsamkeiten entdeckt, als Gäste der Konferenz bei Waves Vienna. "Peter Jenner war dann einmal sehr grantig, als er umziehen musste, da das Zimmer, was er beziehen hätte sollen, vorher eine britische Band verwüstet hat. Als er hörte, dass es seine Landsleute waren, war alles wieder gut."

Das persönliche Highlight von Thomas war EMA am Clubschiff in 2011, die doppelt so lange spielte und dann nicht zum Hotel zurückgefahren ist, dafür bis 4h morgens feierte und dann direkt zum Flughafen geführt wurde - dabei hatte sie Hose und einen Schuh vergessen. Der Tourmanager bemerkte am Weg zum Flughafen, dass sie nur einen Schuh an hatte - der andere Schuh wurde ihr dann nachgeschickt. Waves Vienna bespielt fünfzehn Bühnen und transportiert Künstler, Licht- und Tonanlagen mit unseren share me Fahrzeugen.
 

Die Konferenz ist das Herz des Festivals.

"Man bringt alle ein bisschen aus der weiten Welt zusammen, und die Künstler tauschen sich aus, lassen sich inspirieren."

Es spielen Künstler aus 36 verschiedenen Ländern. Für Thomas ist die Konferenz das Herz des Festivals: "Da ist es für mich am spannendsten. Es ist so eine tolle Sache zu sehen, wieviele verschiedene Künstler sich vernetzen und eine gute Zeit miteinander haben. Man bringt alle ein bisschen aus der weiten Welt zusammen, und die Künstler tauschen sich aus, lassen sich inspirieren. Das merkt man vor Allem bei der Konferenz, weil es ein dichtes Programm ist und viele Leute aus den unterschiedlichsten Ecken zusammenkommen."


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